Sahra Wagenknecht

Wählt Herr Goethe diese Linke?

Interview mit Sahra Wagenknecht im Vorfeld ihrer Verantstaltung zu Goethe im Münchner Gasteig am 23. 02., erschienen in der Münchner Abendzeitung am 18.02.2011

18.02.2011
Interview: Adrian Prechtel

AZ: Frau Wagenknecht, freuen Sie sich auf Goethe und das bürgerliche München?

SAHRA WAGENKNECHT: Ich liebe Einladungen, die einmal nicht vordergründig politisch sind. Goethe habe ich immer wieder gelesen. So könnte es ein spannender Abend werden, gerade auch als Kontrast zum Politalltag.

Das Thema „Goethe trifft Karl Marx – Faust ein Frühkapitalist?" ist dann doch wieder politisch formuliert.

Ja, aber ich muss einmal nicht über den Berliner Politzirkus oder die jammervolle SPD reden. Und Faust ist nicht der klassische Frühkapitalist. Das wäre eine verengende Sicht. Faust schlüpft am Schluss in die Rolle eines Unternehmers – mit allen positiven wie unmenschlichen Folgen. Aber zuvor ist er vor allem aber ein Humanist mit großen Idealen und Lebenshunger, einer, der nach Schönheit, Sinnlichkeit und Genuss strebt. Mephistopheles vertritt da viel eher ein kapitalistisches Prinzip.

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