Zum Geständnis des norwegischen Attentäters erklärt Sahra Wagenkecht, Stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE:
Das Geständnis und die bisher bekannten Einlassungen des norwegischen
Attentäters zeigen ein Weltbild, das von Hass auf Muslime, Linke und
Andersdenkende geprägt ist und das die multikulturelle Gesellschaft als
Feindbild ausmacht. Die Haltung, die sich beim Attentäter ins Fanatische
gesteigert hat und zu der grauenhaften Tat in Oslo und Utøja geführt
hat, lässt sich jedoch nicht als die eines rechtsradikalen Einzeltäters
abtun. Der Bodensatz dafür wird durch Rechtspopulismus bereitet, der die
Spaltung in der Gesellschaft immer weiter vorantreibt. Es ist kein
Zufall, dass sich der Attentäter von Norwegen auch mit den Positionen
von Sarrazin und Co. befasst hat.
Es ist naiv zu glauben, dass sich eine Tat wie in Norwegen in
Deutschland nicht ereignen kann. Solange Rassismus und der Ablehnung
einer offenen und toleranten Gesellschaft nicht aktiv und klar entgegen
gewirkt und solange es geduldet wenn nicht gefördert wird, dass sich
rechte Positionen immer weiter ausbreiten, ist die Gefahr nicht gebannt.
Die schrecklichen Ereignisse von Norwegen müssen auch in Deutschland zu
Konsequenzen führen. Rechtspopulismus darf nicht weiter akzeptiert und
gesellschaftsfähig gemacht werden. Es ist außerdem höchste Zeit, endlich
ein Verbotsverfahren gegen die NPD und andere neonazistische
Organisationen einzuleiten.