Sahra Wagenknecht
DIE LINKE

Den wahren Grund für das Scheitern in Afghanistan will die Bundesregierung gar nicht wissen

Weitergedacht - Die Wagenknecht Kolumne

19.08.2021

Ein sinnloser Krieg hat ein schmähliches Ende gefunden – und ein womöglich blutiges obendrein. Aus dem beschlossenen Abzug wurde ein kopfloses Davonrennen und die Zurückgebliebenen sind schutzlos der Willkür und eventuellen Rachegelüsten der siegreichen Taliban überlassen worden. Aber Blut ist in Afghanistan ohnehin viel geflossen, seit am Hindukusch „unsere Sicherheit“ verteidigt wurde.

59 deutsche Soldaten haben den Einsatz mit ihrem Leben bezahlt, ungleich mehr wurden verletzt und traumatisiert, 2442 US-Soldaten sind umgekommen, ungefähr 50.000 Taliban-Kämpfer und vor allem: über 111.000 afghanische Zivilisten allein seit 2009.

20 Jahre lang besetzte die größte Militärmacht der Welt, die mittlerweile fast 800 Milliarden Dollar jährlich in die Modernisierung und Aufrüstung ihrer Waffenarsenale pumpt, gemeinsam mit ihren Verbündeten das unterentwickelte, von Agrarwirtschaft und Stammeskulturen geprägte Land, das nie ein echter Staat war und jetzt plötzlich eine „Demokratie“ nach westlichen Vorstellungen werden sollte. Und diese größte Militärmacht war am Ende noch nicht einmal willens oder in der Lage, einen halbwegs geordneten Übergang zu organisieren.

Eine Entschuldigung für das Totalversagen der deutschen Regierung ist das allerdings nicht. Ihr Part in diesem Trauerspiel war nicht minder würde- und verantwortungslos.

Während Außenminister Heiko Maas Ende Juni kenntnisfrei schwärmte, die Bundeswehr habe in Afghanistan „den Boden für eine lebendige Zivilgesellschaft“ bereitet und noch vor wenigen Tagen eine zu Kampf und Widerstand entschlossene Bevölkerung in Kabul herbeiphantasierte, hintertrieb Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer die Aufnahme verzweifelter Hilfskräfte mit Verweis auf fehlende Reisedokumente – und das noch zu einem Zeitpunkt, als die Taliban schon in den Vororten von Kabul ihre Flagge hissten.

Zur vollständigen Kolumne bei Focus

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