Sahra Wagenknecht
DIE LINKE

Die EU bringt ihr Geld gleich mit

Kritik der Sendung "Anne Will" vom 15.02.2012, erschienen in FAZ.NET am 16.02.2012

16.02.2012

(...) Über Griechenland macht sich so jeder das Bild, das zu seinem Weltbild passt. An dieser Krankheit leidet die deutsche Debatte seit Ausbruch der Krise. Nun war Lindners Elektriker von Frau Will leider nicht eingeladen worden. Er wird aber genauso wenig repräsentativ sein, wie die verzweifelte Mutter, die ihr Kind in einem SOS Kinderdorf abgibt. Es gibt gute Gründe an der Effizienz des griechischen Staates zu zweifeln. Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Sahra Wagenknecht, bezeichnete Griechenland sogar als eine „Kleptokratie", also einen Staat der Diebe und parasitären Cliquen. Mittlerweile ist das allerdings schon fast bedeutungslos geworden. Das Schrumpfen der Volkswirtschaft trifft in Griechenland ausnahmslos jeden, der keine Vermögenswerte im Ausland besitzt. Es gibt auch keine Sparpolitik, von der gestern wieder die Rede war. Dieser Begriff sollte endlich gestrichen werden. Man kann nämlich nur aus laufenden Einkommen sparen, also Rücklagen bilden. In Griechenland werden lediglich Einkommen reduziert – und zwar in einem beispiellosen Umfang. Damit zugleich der Konsum und die Investitionen. Auf dieser Grundlage kann keine Volkswirtschaft der Welt funktionieren.

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