Hartz IV ist Armut per
Gesetz. Daran ändert eine Erhöhung um jämmerliche fünf Euro mit einem
weiteren Aufschlag um drei Euro ab 2012 gar nichts. Dieser Betrag reicht
noch nicht mal aus, um den Kaufkraftverlust wettzumachen. Er reicht
nicht für ein menschenwürdiges Leben – und erst recht nicht dazu, eine
wirkliche Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.
Doch das
war auch nicht Ziel der sogenannten Verhandlungen im
Vermittlungsausschuss, die aufgrund des vernichtenden Urteils des
Bundesverfassungsgerichts zur bisherigen Praxis notwendig wurden. Die
beteiligten Parteien waren sich von vornherein darin einig, dass es vor
allem darum geht, ein möglichst kostengünstiges Ergebnis zu erzielen. Da
DIE LINKE als grundsätzliche Kritikerin der von SPD und Grünen
eingeführten Hartz-Gesetzgebung bei den Verhandlungsrunden nur gestört
hätte, wurde sie mit Verfahrenstricks ausgeschlossen – ein unglaublicher
Vorgang, wenn man Demokratie ernst nimmt.
Das Ergebnis der
Kungelrunde ist wie erwartet: Die Hartz-IV-Parteien haben deutlich
gemacht, dass soziale Gerechtigkeit für sie nicht zählt. Während für die
Rettung von Banken in Windeseile Milliardenbeträge beschlossen werden,
dauerte es ein geschlagenes Jahr bis zur Neuregelung von Hartz IV, die
das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte. Als sogenannter Kompromiss
der wochenlangen Verhandlungen wurde schließlich ein Minimalbetrag
präsentiert, der auf der manipulierten Rechnung der Bundesregierung zum
Regelsatz basiert. Das Ganze garniert mit einer unpraktikablen und
bürokratischen Gutscheinregelung für Kinder. Ein Scheinkompromiss, bei
dem höchst zweifelhaft ist, ob er vor dem Bundesverfassungsgericht
Bestand haben wird und den DIE LINKE verfassungsrechtlich überprüfen
lassen wird.
Einer solchen Regelung werde ich selbstverständlich
meine Zustimmung verweigern. Wer ein soziales Gewissen hat, darf nicht
bei den Ärmsten der Gesellschaft sparen, während Banken und Reiche
gemästet werden. DIE LINKE steht für einen grundlegenden Kurswechsel:
Wir setzen uns ein für eine andere Arbeitsmarktpolitik und eine
Umverteilung des Reichtums von oben nach unten.
Das demütigende
Hartz-IV-System muss weg! Mindestens aber fordert Die Linke einen
Regelsatz für Hartz IV-Beziehende in Höhe von 500 Euro und eine Anhebung
der Leistungen für Kinder auf ein bedarfsdeckendes Niveau. Außerdem
muss endlich ein flächendeckender Mindestlohn von 10 Euro eingeführt und
eine Millionärssteuer erhoben werden.